Prototyping mit Sinn und Zweck

Leadership in Action

Case und Interview von Flavia Bleuel

In unserer Serie Leadership in Action können Sie sich von Führungskräften und deren persönlichen Lernprozessen inspirieren lassen. Sie erhalten Einblicke in ihre Herausforderungen, Entscheidungen und ihr Führungsverhalten.

Sebastian Benndorf
Sebastian Benndorf – Bentley Motors Ltd.. .

Planung von Bentleys zukünftiger DREAM FACTORY für 100%ige Elektroautos

Startpunkt:

Zu einem früheren Zeitpunkt seiner Karriere leitete Sebastian Benndorf die (End-)Montage bei VW und Bentley. Heute ist er für die Planungsabteilung und damit für die Gestaltung der neuen DREAM FACTORY für zukünftige Elektroautos bei Bentley in Großbritannien verantwortlich. Die DREAM FACTORY ist ein zentraler Bestandteil der BEYOND100-Strategie von Bentley – dem bahnbrechenden Plan, der sicherstellen soll, dass Bentley bis 2030 ausschließlich elektrisch und durchgängig klimaneutral fährt. Dies ist eine der größten Veränderungen in der Geschichte von Bentley und eine ganzheitliche Revolution, nachdem mehr als 100 Jahre lang Benzinautos gebaut wurden.

Sebastian hatte bei einem früheren Projekt einen Heureka Moment, der seinen Führungsstil und seinen Planungsprozess für diese neue Herausforderung prägte. Eine notwendige Taktänderung für die Produktionslinie, die oft mit Volumenänderungen oder Effizienzvorgaben einhergeht, wurde von der zentralen Abteilung isoliert geplant. Es gab keine Verbindung oder Integration der Mitarbeiter, die direkt an der Linie arbeiten. Diese MitarbeiterInnen sind jedoch die Experten, die Tag für Tag die Autos bauen. Infolgedessen stieß der Veränderungsprozess bei den Arbeitern auf großen Widerstand. Die geforderten Änderungen wurden nicht akzeptiert. Außerdem entsprachen die Änderungen nicht der vollen Wahrheit in der Produktion selbst. Ein Projekt ohne Happy End.

Erkenntnisse

Die Lektion, die er gelernt hat, lautet: „Wir müssen die Art und Weise ändern, wie wir Veränderungen innerhalb unserer Organisation planen und durchführen. Es geht darum, die richtigen Teams zum richtigen Zeitpunkt einzubinden, ohne den disruptiven Ansatz zu verlieren“. Also traf er folgende Entscheidung: Kritische Vorschläge für weitere Taktveränderungen in den Produktionslinien wurden als Papierprototypen gebaut, um Ideen (be)greifbarer zu machen und durch die direkte Einbeziehung der Belegschaft Feedback einzuholen. Schon früh im Prozess testete er gemeinsam mit den Arbeitern, wie sie ihre Laufwege, die Auslastung und die Prozesse zur Montage der Teile optimieren konnten. Ihr Feedback wurde direkt in die Verbesserung der Prototypen integriert. Finanziell gesehen war es keine große Investition, günstige Papierprototypen mit geringer Auflösung zu bauen, aber es war eine enorme Investition, um die Bedürfnisse und Ideen der MitarbeiterInnen und der tatsächlichen NutzerInnen der Prozesse zu hören. Das war ein großer Gewinn und hat dazu beigetragen, dass die Veränderungen mit einem nutzerzentrierten Ansatz viel schneller, besser und erfolgreicher umgesetzt werden konnten.

Prototyping with a Purpose

Prototyping anhand eines Purpose:

Infolgedessen hat Sebastian seine Art, Teams in Projekte einzubinden, geändert. Bevor in der Traumfabrik etwas in Eisen und Stahl gebaut wird, wird es mit den Benutzern getestet. Und sie gingen von Papierprototypen zu digitalen Simulationen über. Und sie gingen von Papierprototypen zu digitalen Simulationen über.

Als Sebastian mit diesem Vorhaben begann, musste er die Rolle eines Visionärs übernehmen, da er bei Null anfing. Die einzige Vorgabe war die Größe des verfügbaren Platzes vor Ort. Für die ersten Ideen verwendete er 2D-Skizzen der Grundstruktur, die er auf Folien präsentierte, um die verschiedenen Interessengruppen mit ins Boot zu holen. 2D-Prototypen eignen sich gut für den Anfang eines Projekts, können aber nicht die gesamte Komplexität und die Abhängigkeiten abbilden. Daher ging er zu einem 3D-Simulationsprototyp über, um den Nutzern ein intensiveres Gefühl zu vermitteln und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich das zukünftige Gebäude vorzustellen. Dies gab ihm auch die Möglichkeit, das Feedback aller Beteiligten direkt zu integrieren.

Sein Ziel ist es, Arbeitsabläufe direkt zu optimieren, Simulationsprüfungen durchzuführen und sicherzustellen, dass die verschiedenen Parteien in einer nahtlosen Wertschöpfungskette Hand in Hand arbeiten können. Es ist immer wichtig, die Prozesse, Abläufe und Berührungspunkte im Vorfeld zu testen, bevor die komplexe Planung der Struktur und der technischen Infrastruktur beginnt. Durch die Einbindung aller Beteiligten von Anfang an entsteht eine fantastische Dynamik mit einer Reise, der sich alle voll und ganz verpflichtet fühlen.

Auswirkungen und Ergebnisse:

  • Hohes Engagement/Unterstützung durch alle Abteilungen
  • Etablierung eines „Wir-Gefühls“
  • Gemeinsames Verständnis für die Vision
  • Die Menschen fühlen sich verstanden, wertgeschätzt und ernst genommen
  • Einsparung von Kosten und Risikominimierung
  • Potenzielle Probleme frühzeitig erkennen

Mein Team freut sich auf die kommenden Chancen und übernimmt gerne neue Aufgaben.

Sebastian Benndorf

Bewertet mit 5 von 5 Sternen.

Eine klare Vision schaffen und kommunizieren:

Sebastians Vision geht viel weiter. Die 3-D-Simulation der Traumfabrik wird auch die Art und Weise, wie Menschen ausgebildet werden, verändern. In digitalen Schulungen mit Virtual-Reality-Equipment können zukünftige Mitarbeiter durch die Produktionslinien gehen, Prozesse testen und die spezifischen Arbeitsinhalte kennenlernen. In der endgültigen 3-D-Simulation wird jeder Teil des Produktionsprozesses des Fahrzeugs enthalten sein.

From 1D to 3D
Von 1D zu 3D, Copyright Sebastian Benndorf , Copyright Sebastian Benndorf

Außerdem wird die 3-D-Simulation als virtueller Zwilling der zu errichtenden Produktionsstätte fungieren. So können mögliche Änderungen in der Gestaltung der Produktionsstätte in der virtuellen Umgebung getestet werden, ohne die Prozesse in der Produktionsstätte zu unterbrechen. Sebastian beschreibt dies als „Simulation von Veränderungen im virtuellen Zwilling, anstatt eine Operation am offenen Herzen durchzuführen“.

Team links

Als Führungspersönlichkeit musste er Ungewissheit in Kauf nehmen und eine klare Vision entwerfen und ständig kommunizieren, um alle an der Reise teilhaben zu lassen. Sebastian musste auch neue Kooperationen mit Technologie- und Softwareunternehmen fördern und ein System des Vertrauens in die Technologie und die neuen Anbieter aufbauen. Er investiert viel Energie und Überlegungen in die Einbindung der verschiedenen Interessengruppen in die neuen Planungsprozesse und in die Fortbildung der vorhandenen Mitarbeiter.

Sebastian Benndorf sagt: „Mein Team freut sich auf die kommenden Aufgaben und übernimmt gerne neue Verantwortung.“

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