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Hasso-Plattner-Institut
 

Erste-Hilfe-TrainingsTruck

Beispiel-Challenge der Design-Thinking-Einführung legt Grundstein zur realen Entwicklung und Umsetzung des Innovations- und Kommunikationsprojekts #10000LebenRetten mit deutschlandweitem Impact.

Dass die Design-Thinking-Einführungs-Workshops der HPI Academy mehr als nur eine Fortbildung für innovativeres und agiles Arbeiten sind, sondern darüber hinaus Auswirkungen auf das Leben Tausender Menschen haben können, zeigt dieses Fallbeispiel.

Denn der Initial-Moment zum „Erste-Hilfe-TrainingsTruck“ und der deutschlandweiten Initiative „#10000LebenRetten“ entsprang jenem Workshop, den Teva/ratiopharm bei der HPI Academy im Jahr 2018 buchte. MitarbeiterInnen des international tätigen pharmazeutischen Konzerns Teva Pharmaceutical Industries Ltd., einem Weltmarktführer unter den Generikaunternehmen, brachten das hochmoderne Lebens-Rettungs-Trainings-Tool gut zwei Jahre später live auf die Straße. Indem der „Erste-Hilfe-TrainingsTruck“ im Oktober 2021 auf den Campus des Hasso-Plattner-Instituts real zurückkehrt, schließt sich ein Kreis.

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Ausgangspunkt

Der Wunsch, eine agile Arbeitsweise anwendungsorientiert zu lernen, Design Thinking zu erleben, Elemente dieses Ansatzes zu implementieren, die eigenen, internen Prozesse und Arbeitsweisen zu innovieren und die eigene Innovationsfähigkeit zu steigern, führte Teva/ ratiopharm zur HPI Academy. 

Die HPI Academy schulte ein siebenköpfiges, interdisziplinäres Team von Teva/ratiopharm in der Design-Thinking-Methode, direkt im Unternehmen, in Ulm. Innerhalb von nur zwei Tagen erlebten die TeilnehmerInnen in dem maßgeschneiderten Workshop eine völlig neue Denk- und Arbeitsweise.  

In enger Begleitung von Program Lead und Design-Thinking-Coach Marc Stussak, startete das Team den Design-Thinking-Prozess mit dieser Beispiel-Challenge: "Redesign the first-aid-experience for non-professionals"/ „Gestalte ein neues Erste-Hilfe-Erlebnis für Laien“.

In dem eigens für Teva/ratiophram konzipierten Design-Thinking-Workshop lernten die TeilnehmerInnen die theoretischen Grundlagen und Inhalte der einzelnen Phasen des Design-Thinking-Prozesses kennen und wendeten das Erlernte in Teamarbeits-Sessions praktisch an.  

Zunächst galt es, ein gemeinsames Verständnis der Übungs-Challenge zu schaffen. Daraufhin wurden zwei Teams gebildet, um reale Nutzerinterviews an der nahegelegenen Uni Ulm zu führen. Aus den neu gewonnenen Erkenntnissen und Nutzerbedürfnissen, ergaben sich erweiterte Möglichkeiten für den Lösungsraum. Dort standen kreative Ansätze im Fokus, um die Probleme und Bedürfnisse auf möglichst innovative und nutzerzentrierte Art und Weise zu adressieren. Unter Zuhilfenahme von verschiedenen Kreativmethoden kam das Team über „Konkretisierung und Visualisierung“ rasch zu einem interaktiven, testbaren und einfachen Prototyp.  

Die Idee des „Erste-Hilfe-TrainingsTrucks“ war geboren, nahm Gestalt an und ging sofort in die Prototyp-Testphase. Zusätzliche Mitarbeitende von Teva/ratiopharm kamen als Tester hinzu und gaben wertvolles und ungefiltertes Nutzerfeedback. 

Das Testszenario war insofern besonders, als dass es so angelegt wurde, dass die Tester möglichst gut in die Szenerie eintauchen, sie realistisch erleben und darin interagieren konnten. Durch Rollenspiele wurde das Nutzerfeedback – zur Wünschbarkeit und weiteren Konkretisierung der nutzerzentrierten Grundidee – noch klarer.

Aha-Momente

Austausch mit echten, potenziellen NutzerInnen überrascht und inspiriert.  Der Design-Thinking-Prozess als Katalysator für innovative und menschenzentrierte Ideen. 

Eines der spannendsten Erkenntnisse für das Team von Teva/ratiopharm entstand durch den direkten Kontakt mit potenziellen NutzerInnen. Der Universitäts-Campus Ulm eignete sich bestens für die reale Feldforschung und die Umsetzung der Nutzer-Interviews zum Thema Erste Hilfe. Die beiden Interviewer-Teams waren äußerst positiv überrascht von der Offenheit der Befragten. Als die Interviewer signalisierten, dass man vor allem zuhören und von den Befragten und ihren Erfahrungen lernen möchte, zeigten sich die Befragten als sehr geduldig, interessiert und mitteilsam. Die MitarbeiterInnen von Teva/ratiopharm konnten so eine neue, sehr positive Lernerfahrung machen.  

Ein weiterer "Aha-Moment" war das Übersetzen eines zunächst gedanklichen Lösungsentwurfes – für die aus der Feldforschung abgeleiteten Nutzerbedürfnisse – in einen interagier- und testbareren Prototyp:  

Das Konkretisieren der ausgewählten Idee mit einfachen Prototypenmaterialien und das Schaffen eines Testszenarios im Workshop-Raum, sowie das Simulieren der Idee in einem Rollenspiel, waren eine völlig neue und ungewohnte Herangehensweise für die Teva/ratiopharm-MitarbeiterInnen.  

Bemerkenswert war zudem, dass sich das Team in dem Moment stärker auf visuelle Weise zu verständigen begann, als es in die Phase des Prototypenbauens ging. Diese nonverbale Form der Kommunikation und der kreativen Umsetzung einer Idee im Raum, manifestierte sich ebenfalls als sehr positive Erfahrung. 

Durch das Selbstanwenden und Erleben des Prozesses änderte sich die anfangs leicht kritische Einstellung von einigen Mitarbeitenden zu Design Thinking. Als erst einmal der Mehrwert und das Innovationspotenzial des agilen und nutzerzentrierten Ansatzes erkannt wurden, wich die Skepsis einer großen Begeisterung.  

Impact

Die methodische Schulung bei der HPI Academy eröffnet TEVA/ratiopharm neue Perspektiven, beleuchtet und fördert ungeahnte Stärken im Team und legt den Grundstein für ein innovatives Leuchtturmprojekt mit großer Wirkkraft.

Aus den positiven Erlebnissen der Nutzerforschung, der intensiven Auseinandersetzung mit der Herausforderung und der kreativen Umsetzung des Prototyps und Testszenarios im Lösungsraum, zeichnete sich innerhalb kürzester Zeit für das Team ein klares Bild des Design-Thinking-Ansatzes ab. Das Team von Teva/ratiopharm war sehr inspiriert von der Methode,

verinnerlichte das Arbeiten mit Design Thinking und wertschätzte die dazugewonnene Perspektive. Einzeltechniken, die das Team erlernt hatte, finden seither häufig Anwendung in verschiedenen Meetings und Arbeitsgruppen.

Auch hat sich durch das kreative Arbeiten innerhalb eines geschützten Raumes das Team noch besser kennengelernt, Stärken und neue Fähigkeiten entdeckt und ausgelebt.

Der Initiator des Design-Thinking Methoden-Workshops Elmar Kreutzer (Senior Director Infrastructure & Processes & Data | Portfolio Europe) und sein Team hatten ursprünglich für den Workshop nur ein Anwendungsbeispiel zum Thema Erste Hilfe im Sinn. Doch im Austausch mit der Marketingabteilung erkannten die KollegInnen das große Potenzial der entstandenen Idee, die der HPI Academy Design Challenge entsprang.

Die „ungeplante“ Produktidee wurde von der Marketingabteilung aufgenommen und weiterverfolgt. Aufgrund der guten abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit der Teams konnten so MitarbeiterInnen ein Design-Thinking-Leuchtturmprojekt entwickeln, das die Bereiche Health, Education, Digitalisierung adressiert. So entstand die Initiative „#10000LebenRetten“, die Menschen in ganz Deutschland in Erster Hilfe schult und dazu beiträgt, Menschenleben zu retten.

Getragen von der Teva/ratiopharm Belegschaft – und unter professioneller Anleitung unseres Design-Thinking-Coaches Marc Stussak – konnte der „Erste-Hilfe-TrainingsTruck“ aus dem Team heraus entstehen und erfolgreich zur Marktreife gedeihen.  

 

www.10000lebenretten.de